Künzelsau. Der 15. Würth-Preis für Europäische Literatur
geht an den französischen Schriftsteller Hervé Le Tellier.
Der Autor erhält die Auszeichnung der Stiftung Würth „für
die Intensität, mit der er in seinem weitgespannten Werk
Ausnahmezustände der menschlichen Existenz zur
Sprache bringt und die Originalität, mit der er
Formexperimente der modernen Literatur aufgreift und
fortentwickelt“, würdigt die Jury. „Le Tellier ist ein
Meister der Verknüpfung und Anspielung und des Spiels
mit literarischen Genres.“ Die Stiftung Würth verleiht die
mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung im April 2026 im
Carmen Würth Forum in Künzelsau.
Soziales & Integration
2026
Hervé Le Tellier wurde 1957 in Paris geboren. Er studierte
Mathematik, ist promovierter Linguist, arbeitet als
Journalist u. a. für Le Monde und schreibt für Theater,
Oper und Film. Er ist seit 1992 Mitglied und seit 2019
Präsident der Gruppe OuLiPo, einem Kreis von experimentellen Autoren, dem auch Italo Calvino, Oskar Pastior und
Georges Perec angehörten. Er veröffentlichte Romane,
Erzählungen, Gedichte, Comics und zahlreiche Kolumnen.
Für seinen Roman „L'Anomalie“ erhielt er 2020 den Prix
Goncourt. „Ein typischer Le Tellier ist ein Le Tellier, der
dem vorherigen Le Tellier nicht gleicht“, sagte sein
Übersetzer Jürgen Ritte im Interview mit DLF Kultur. So
spielt der Beziehungsroman „Kein Wort mehr über Liebe“
im Pariser Intellektuellenmilieu. „Neun Tage in Lissabon“
folgt einem französischen Journalisten in die portugiesische Hauptstadt. In „Ich und der Präsident“ schreibt ein
Erzähler namens Le Tellier Briefe an den französischen
Präsidenten, „ein so subtiles wie unterhaltsames
Lesevergnügen“ (Süddeutsche Zeitung). In dem autobiografischen Roman „All die glücklichen Familien“ blickt er
kritisch und melancholisch auf die eigene Familie.
Seine jüngste Erzählung „Der Name an der Wand“ spielt in
der französischen Provinz, nicht weit von Dieulefit, einem
Ort, in dem die französische Résistance besonders aktiv
war. Der Autor kauft dort ein Haus und entdeckt in die
Wand geritzt den Namen eines jungen Widerstandskämpfers. Auf der Suche nach André Chaix entdeckt der
Autor weitere Zeugnisse eines Lebens, das im August 1944
brutal endet. Chaix ist zwanzig Jahre alt, als er durch
Schüsse aus einem deutschen Panzerwagen getötet wird.
Le Tellier erzählt nicht nur diese erschütternd kurze
Lebensgeschichte, sondern zugleich eine Geschichte der
Résistance, des Lebens unter der Okkupation, berichtet
von Filmen, Musik und Alltag der 1940er Jahre und den
verborgenen Zusammenhängen mit unserer Gegenwart,
von der deutsch-französischen Geschichte und von
Europa, wie wir es heute erleben. Es ist kein Roman über
einen Helden, aber ein Buch über Mut.
Über den Würth-Preis für Europäische Literatur
Der mit 25.000 Euro dotierte Würth-Preis für Europäische
Literatur wird alle zwei Jahre vergeben. Der Jury unter
Vorsitz von C. Sylvia Weber, Intendantin Kultur bei Würth
und Aufsichtsrätin der Stiftung Würth, gehören an: Prof.
Dr. Dorothee Kimmich, Prof. Dr. Lothar Müller, Prof. Dr. Dr.
h.c. Ulrich Raulff, Denis Scheck, Marie Schmidt und der
Preisträger des Würth-Preises für Europäische Literatur
2024, Colm Tóibín.
Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger:
• 2024 Colm Tóibín
• 2022 Annie Ernaux
• 2020 David Grossman
• 2018 Christoph Ransmayr
• 2016 Peter Handke
• 2014 Péter Nádas
• 2012 Hanna Krall
• 2010 Ilija Trojanow
• 2008 Peter Turrini
• 2006 Herta Müller
• 2004 Harald Hartung
• 2002 Claude Vigée
• 2000 Claudio Magris
• 1997 Hermann Lenz
Über die Stiftung Würth
Die gemeinnützige Stiftung Würth wurde 1987 von Prof.
Dr. h. c. mult. Reinhold und Carmen Würth in Künzelsau
gegründet und fördert Projekte in den Bereichen Bildung
und Wissenschaft, Soziales und Integration sowie Kunst
und Kultur
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